de – das elektro­hand­werk 10/2018. Die irratio­na­le Seite der Unter­neh­mens­nach­fol­ge

In diesem Beitrag beschrei­ben die KERN-Partner Ingo Claus und Johan­nes Wolters ein Praxis­bei­spiel zur Unter­neh­mens­nach­fol­ge im Elektro­hand­werk.

Eine Unter­neh­mens­nach­fol­ge ist wie ein Eisberg im Atlan­tik: oben schaut ein kleines Stück aus dem Wasser. Der obere Teil ist sicht­bar. Doch da darun­ter lauert mit großem Volumen das Unbekann­te und Unsicht­ba­re: die irratio­na­le Seite der Unter­neh­mens­nach­fol­ge.

Ein Beispiel verdeut­licht am besten die Proble­ma­tik: Hans-Heinrich Hammer, Gründer und Inhaber der Hammer Melde­tech­nik GmbH in Bremen projek­tiert und instal­liert mit sieben Techni­kern und einem Projekt­lei­ter Alarm­an­la­gen bei Privat- und Gewer­be­kun­den. Mit Anfang 60 setzt er sich zuneh­mend mit dem Thema der eigenen Unter­neh­mens­nach­fol­ge ausein­an­der. Da passt es sehr gut, dass sein Sohn Chris­ti­an nach abgeschlos­se­nem Studi­um des Wirtschafts­in­ge­nieur­we­sens bereits erste Erfah­run­gen in der Großin­dus­trie gesam­melt hat. Das Verhält­nis zu seinem Sohn ist gut. Dennoch befürch­tet Hammer, dass die Zusam­men­ar­beit im Rahmen einer Nachfol­ge­lö­sung zu Spannun­gen zwischen Vater und Sohn führen könnten. Der Sohn selber fragte sich, warum er den siche­ren Arbeits­platz und die beruf­li­che Perspek­ti­ve in einem Großun­ter­neh­men gegen einen Platz in einem kleinen Handwerks­un­ter­neh­men eintau­schen soll. Zu diesem Zeitpunkt ahnen sie nicht, wie wertvoll die Einbin­dung eines Modera­tors zur Unter­neh­mens­nach­fol­ge sein würde.

Unsicht­ba­res sicht­bar machen

Bevor Johan­nes Wolters von K.E.R.N - Die Nachfolge­spezialisten in die opera­ti­ven Prozes­se einstieg, klärt er mit Vater und Sohn die jewei­li­gen Erwar­tungs­hal­tun­gen an den Prozess und an die jeweils am Prozess betei­lig­ten Perso­nen. Im Laufe der nächs­ten zwei Jahre werden diese Erwar­tungs­hal­tun­gen immer wieder mit dem Ist-Zustand abgegli­chen, korri­giert, ergänzt und thema­ti­siert. Neben den Erwar­tun­gen gilt es auch, den jewei­li­gen Befürch­tun­gen Ausdruck zu geben. Denn in den Befürch­tun­gen verber­gen sich Stolper­stei­ne und Ängste, die zu Verzö­ge­run­gen und im schlimms­ten Fall sogar zum Abbruch führen können. Daher gilt es, diese zu kennen und ggf. zu lösen. (kosten­pflich­tig)

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