Post Merger Integra­ti­on im Verkauf­pro­zess*

Die Integra­ti­ons- und Trans­for­ma­ti­ons­pha­se

Die Integra­ti­ons- und Trans­for­ma­ti­ons­pha­se ist die Zeit nach der eigent­li­chen Übernah­me, bei der die unter­schied­li­chen Unter­neh­mens- und Führungs­kul­tu­ren aufein­an­der abgestimmt, inter­ne Prozes­se und Struk­tu­ren harmo­ni­siert werden und Mitar­bei­ter in diese wichti­gen Fragen integriert werden. Zeitgleich muss auch die Kommu­ni­ka­ti­on nach Innen und Außen abgestimmt und klar trans­por­tiert werden. Mitar­bei­ter, Kunden und Liefe­ran­ten könnten sonst schnell verun­si­chert sein.

Nutzen Sie auch die großar­ti­gen Möglich­kei­ten der Öffent­lich­keits­ar­beit / PR für die Kommu­ni­ka­ti­on der erfolg­ten Nachfol­ge­si­che­rung. Für viele Medien ist eine gelun­ge­ne Unter­neh­mens­nach­fol­ge ein willkom­me­nes Thema.

Diese Phase ist von hoher Bedeu­tung für das erfolg­rei­che Gelin­gen einer Trans­ak­ti­on. Planen Sie deshalb gemein­sam mit allen Betei­lig­ten die Zeit nach dem Kauf. Erstel­len Sie einen Projekt­plan und einen Maßnah­men­ka­ta­log. Binden Sie Ihre Mitar­bei­ter ein. 

Das Integra­ti­ons­ma­nage­ment kann in 5 wichti­ge Kernauf­ga­ben unter­teilt werden:

Integra­ti­ons­pro­jekt aufset­zen

Ohne die Präsenz des neuen Eigentümers/ der Geschäfts­füh­rung ist eine Integra­ti­on zum Schei­tern verur­teilt. Jede Verän­de­rung bedingt häufig Wider­stand und dieser sollte einfühl­sam und koope­ra­tiv aufge­löst werden. Hier gilt es ggf. ein Projekt­team einzu­set­zen, das sowohl Markt­kennt­nis­se, als auch Kennt­nis­se der inter­nen Organi­sa­ti­ons­struk­tur hat. Ein Integra­ti­ons­pro­jekt hat die Aufga­be, den Überneh­mer und das Unter­neh­men zu verbin­den und die Betei­lig­ten nicht zu überfor­dern. Gehen Sie langsam und behut­sam vor. Verschaf­fen Sie sich einen Überblick und gehen Sie nach einem erfolg­ten Unter­neh­mens­kauf zunächst kleine Schrit­te der Verän­de­rung. Wenn Sie das Vertrau­en aller Akteu­re gewon­nen haben, können Sie zum Sprint überge­hen.

Führungs­or­ga­ni­sa­ti­on stärken oder neu aufstel­len

Je nach Überna­me­pro­jekt (strate­gi­scher Käufer oder MBI) müssen Aufga­ben zwischen einzel­nen Organi­sa­ti­ons­ein­hei­ten neu definiert werden, es müssen Kompe­ten­zen und Verant­wor­tun­gen geklärt werden. Es ist auch erfor­der­lich, die jewei­li­gen Steue­rungs­in­stru­men­te neu zu konzi­pie­ren, das Berichts­we­sen und die Planungs­in­stru­men­te anzupas­sen, um den Vorstel­lun­gen des neuen Eigen­tü­mers gerecht zu werden.

Führungs­mann­schaft und Mitar­bei­ter einbin­den

Nicht selten hat eine Übernah­me zur Folge, dass Leistungs­trä­ger sich mit Abwan­de­rungs­ge­dan­ken tragen. Erfolg­rei­ches Integra­ti­ons­ma­nage­ment bindet daher diesen Perso­nen­kreis recht­zei­tig an das Unter­neh­men. Es gilt, den Leistungs­trä­gern konkre­te und klare Perspek­ti­ven aufzu­zei­gen und mit ihnen ihre zukünf­ti­ge Rolle im neuen Unter­neh­men zu entwi­ckeln. Diese frühzei­ti­ge und aktive Einbin­dung in den Integra­ti­ons­pro­zess, kann die Bindung von Mitar­bei­tern an das Unter­neh­men stärken und neue Poten­tia­le entfal­ten.

Syner­gie­po­ten­zia­le definie­ren und heben

Das Integra­ti­ons­ma­nage­ment hat regel­mä­ßig die Frage zu beant­wor­ten, welche Prozes­se bzw. Prozess­tei­le übernom­men werden können, neuge­stal­tet oder zusam­men­ge­legt werden müssen, um das Unter­neh­men leistungs­fä­hi­ger zu machen.  Auch Strate­gi­en müssen angepasst werden, um den neuen Struk­tu­ren und Ideen des Eigen­tü­mers gerecht zu werden. Nur wenn ein gemein­sa­mes Ziel klar und deutlich definiert und kommu­ni­ziert wird, werden alle Betei­lig­ten gemein­sam in eine Richtung arbei­ten.

Der Überge­ber

In vielen Fällen ist der Überge­ber in die Integra­ti­ons­pha­se einge­bun­den, entwe­der weil er die Finan­zie­rung mit ermög­licht (z.B. durch ein Verkäu­fer­dar­le­hen), oder weil er selber für einige Zeit das Unter­neh­men noch opera­tiv steuert. Ein respekt­vol­les und vertrau­ens­vol­les Verhält­nis mit dem Überge­ber ist notwen­dig, um den Übergang möglichst reibungs­los und effizi­ent zu gestal­ten. Seine Kontak­te nach innen und nach außen sind wichtig für den neuen Eigen­tü­mer und können den Erfolg beschleu­ni­gen.