Unter­neh­mens­be­wer­tung: Was ist mein Unter­neh­men realis­tisch wert?

Ertrags­wert­ver­fah­ren kann finan­zi­el­le Belas­tung bei Unter­neh­mens­nach­fol­gen verrin­gern.

Rund 70% aller Unter­neh­mer schät­zen den Wert Ihres Unter­neh­mens als zu hoch ein. Mit dieser Zahl eröff­ne­ten Ralf Harrie und Ingo Claus von K.E.R.N – Die Nachfolge­spezialisten – Ihren Vortrag zum Thema Unter­neh­mens­be­wer­tung in der IHK Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim.

Diese Überschät­zung hat in der Praxis oft gravie­ren­de Folgen: So wird der famili­en­in­ter­ne Nachfol­ger beim Genera­ti­ons­wech­sel u.U. mit zu hohen Ausgleichs­an­sprü­chen der Miter­ben oder einer überhöh­ten Erbschaft­steu­er­for­de­rung konfron­tiert. Im Falle eines geplan­ten Verkaufs führt eine zu hohe Bewer­tung nicht selten zu überhöh­ten Preis­er­war­tun­gen und damit zu einer Unver­käuf­lich­keit des Unter­neh­mens.

Während Unter­neh­mer neben den Sachwer­ten auch die Arbeit bewer­ten, die sie in das Unter­neh­men inves­tiert haben, denkt ein Erwer­ber in erster Linie daran, was er mit dem Unter­neh­men in Zukunft erwirt­schaf­ten kann. Aufgrund dieses unter­schied­li­chen Blick­win­kels kommen beide Seiten nicht selten zu sehr unter­schied­li­chen Ergeb­nis­sen.

 

Ralf Harrie Ingo Claus Unternehmensbewertung | Unternehmensnachfolge
Die Nachfolge­spezialisten Ingo Claus (l.) und Ralf Harrie (r.) mit Karen Frauen­dorf
von der IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim.

Der Blick nach vorne mit Hilfe des Ertrags­wert­ver­fah­rens

Neben dem Substanz­wert- und Multi­pli­ka­tor­ver­fah­ren wird in Deutsch­land insbe­son­de­re das Ertrags­wert­ver­fah­ren für die Bewer­tung von Unter­neh­men angewen­det. „Dies ist ein von Wirtschaft, Kammern und Finanz­be­hör­den akzep­tier­tes Verfah­ren, das bei der Bestim­mung des Unter­neh­mens­wer­tes die Ergeb­nis­se der Vergan­gen­heit berei­nigt, um anschlie­ßend eine möglichst plausi­ble Zukunfts­ent­wick­lung zu prognos­ti­zie­ren“, sagt Bewer­tungs­spe­zia­list Ralf Harrie.

Die Ergeb­nis­se des Ertrags­wert­ver­fah­rens sind zum einen abhän­gig von einer möglichst objek­ti­vier­ten Einschät­zung der zukünf­ti­gen Überschüs­se des Unter­neh­mens sowie zum anderen durch eine realis­ti­sche Risiko­ab­schät­zung für den zu ermit­teln­den Kapita­li­sie­rungs­zins­fuß.

Finanz­amt akzep­tiert schlüs­si­ge Ertrags­wert­be­trach­tung

Ein schlüs­si­ges Wertgut­ach­ten nach dem Ertrags­wert­ver­fah­ren akzep­tiert das Finanz­amt in der Regel und ist damit eine gute Alter­na­ti­ve zum im §199 des Bewer­tungs­ge­setz (BewG) definier­ten Verfah­ren“, unter­streicht Ingo Claus. Der Wert des Unter­neh­mens orien­tiert sich damit eher am Markt­wert und führt sehr oft zu einer gerin­ge­ren Steuer­be­las­tung bzw. gerin­ge­ren Abfin­dungs­sum­men gegen­über Miter­ben und somit zu einer gerin­ge­ren finan­zi­el­len Belas­tung der zu überge­ben­den Unter­neh­men.

 

Das Magazin der IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim berich­te­te in seiner April-Ausga­be ebenfalls über diesen Vortrag. Hier erhal­ten Sie den vollstän­di­gen Artikel des IHK-Magazin-Osnabru­eck-Unter­neh­mens­be­wer­tung zum Download.

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