Unternehmensnachfolge im Handwerk

Wertvol­le Erfah­run­gen von Unter­neh­me­rin­nen im Nachfol­ge­pro­zess nutzen

Die Unter­neh­mens­nach­fol­ge durch Unter­neh­me­rin­nen steht im Mittel­punkt unseres dreitei­li­gen Inter­views. Im ersten Teil sprachen wir mit Petra Fischer, Exper­tin für Unter­neh­mens­nach­fol­ge am Stand­ort Köln, über die Gründe für ihr Engage­ment, Frauen und Töchter in der Unter­neh­mens­nach­fol­ge zu beraten.

Welche Erfah­run­gen das sind und welche Ratschlä­ge Petra Fischer Unter­neh­me­rin­nen gibt stellen wir kurz vor:

Welche Erfah­run­gen haben Sie persön­lich mit dem Thema  „Unter­neh­mens­nach­fol­ge“ gemacht?

Während meiner jahre­lan­gen Laufbahn in mittel­stän­di­schen Betrie­ben habe ich viel über das Funktio­nie­ren von Famili­en­un­ter­neh­men gelernt. Ich habe während meiner aktiven Zeit als Geschäfts­füh­re­rin immer beide Seiten beglei­tet, die der Nachfol­ge und die der Überga­ben, wenn ich sozusa­gen meinen Nachfol­ger einge­ar­bei­tet habe. Zu meinen spannends­ten Erfah­run­gen während der Unter­neh­mens­nach­fol­gen zählten:

1) Inter­kul­tu­ra­li­tät erhöht die Komple­xi­tät einer Nachfol­ge

Mein erstes einschnei­den­des Erleb­nis war, als mein damali­ger Arbeit­ge­ber in der Schweiz von einem spani­schen Famili­en­un­ter­neh­men übernom­men wurde. Die inter­kul­tu­rel­le Seite der Übernah­me war sehr komplex und hat hohe Ansprü­che an die Integra­ti­on und den Change Manage­ment Prozess gestellt, denn es trafen sehr unter­schied­li­che kultu­rel­le Werte­sys­te­me und Unter­neh­mens­wer­te aufein­an­der.

2) Rollen­wech­sel vom Team-Mitglied zur Geschäfts­füh­re­rin

Das zweite einschnei­den­de Erleb­nis war, als man mir dann die Führung eines der Tochter­un­ter­neh­men angebo­ten hatte. Über Nacht bin ich aus dem Team heraus,  dessen Teil ich bis dato war, zur Vorge­setz­ten gewor­den. So oder ähnlich fühlen sich Junior-Unter­neh­mer, wenn sie plötz­lich die Allein­ver­ant­wor­tung für ein Unter­neh­men überneh­men müssen. Die Erfah­run­gen die ich gemacht habe waren einer­seits schmerz­lich, weil man natür­lich auch Fehler gemacht hat, anderer­seits aber auch sehr erfreu­lich, wenn man Erfol­ge verbu­chen konnte.

Und was raten Sie spezi­ell Unter­neh­me­rin­nen, die ihr Unter­neh­men verkau­fen wollen?

  • Erstens: Eine gute Vorbe­rei­tung ist Voraus­set­zung für eine reibungs­lo­se Überga­be.
  • Zweitens: Ehrlich zu sich selbst sein. Sich die Fragen zu beant­wor­ten: „Was macht die DNA meines Unter­neh­mens aus?“ und „Was war mein persön­li­cher Beitrag zum Erfolg meines Unter­neh­mens?“. Ohne dieses Nachden­ken und Wissen wird die Unter­neh­mens­nach­fol­ge zum willkür­li­chen Prozess und bedroht die Unter­neh­mens­über­ga­be. Dann einen passen­den Nachfol­ger zu suchen und auch zu finden, kann nur funktio­nie­ren, wenn ich die richti­gen Maßstä­be und Krite­ri­en definiert habe.
  • Drittens: Die Mitar­bei­ter recht­zei­tig zu infor­mie­ren und einzu­bin­den. Auch für die Mitar­bei­ter ist es wichtig, dass sie offen und ehrlich über die bevor­ste­hen­den Verän­de­run­gen infor­miert und einge­bun­den werden, denn nur so werden sie mit dem Nachfol­ger die neue Reise motiviert und gerne antre­ten.

Das sind nur drei wichti­ge Fakto­ren für eine nachhal­tig erfolg­rei­che Unter­neh­mens­über­ga­be. Weite­re wichti­ge Aspek­te der Unter­neh­mens­nach­fol­ge erörtern wir am 21.Juni in Köln bei unserem kosten­lo­sen Workshop mit dem Titel „FRAU.KAUFT.UNTERNEHMEN“. Inter­es­sen­tin­nen melden sich bitte per E-Mail mit dem Betreff: „Workshop-Teilnah­me“ an fischer@die-nachfolgespezialisten.eu. Wir freuen uns auf Ihre Teilnah­me!