Wie Interim Manage­ment eine Unter­neh­mens­nach­fol­ge unter­stützt

Interim Manage­ment kann eine anste­hen­de Unter­neh­mens­nach­fol­ge positiv unter­stüt­zen“, sagt Axel Bergmann, der Unter­neh­mer als Berater auf Zeit regel­mä­ßig bei der Suche nach einem Nachfol­ger beglei­tet. Dabei spielt der Verkaufs­preis aus seiner Sicht oft eine entschei­den­de Rolle, denn „ein Unter­neh­mens­ver­kauf schei­tert häufig an zu hohen Kaufpreis­er­war­tun­gen von Firmen­in­ha­bern.“

Haben sich Unter­neh­mer erst einmal für eine Firmen­über­ga­be entschie­den, überse­hen sie oft die Möglich­keit, die eigene Firma durch einen erfah­re­nen Interim Manager langfris­tig besser aufzu­stel­len und damit den Unter­neh­mens­wert zu steigern. Kurz gesagt: Sie verges­sen die Braut hübsch zu machen. Doch gerade hierdurch verschaf­fen sich die Firmen­in­ha­ber eine verbes­ser­te Ausgangs­la­ge und Verhand­lungs­ba­sis für die eigene Unter­neh­mens­nach­fol­ge.

In einer neuen – gemein­sam mit den Hambur­ger Manage­ment Angels reali­sier­ten - Serie beleuch­ten wir, inwie­weit Interim Manage­ment die Unter­neh­mens­nach­fol­ge unter­stüt­zen kann. Hierbei kommen neben erfah­re­nen Interim Managern auch Nachfolge­spezialisten zu Wort, die die Heraus­for­de­run­gen des Genera­ti­ons­wech­sels in deutschen Famili­en­un­ter­neh­men aus eigener Erfah­rung kennen.

Neue Impul­se durch Interim Manage­ment

Egal ob ein Manage­ment-buy-Out oder eine Überga­be an einen exter­nen Inter­es­sen­ten geplant ist: Jede Unter­neh­mens­über­ga­be benötigt ausrei­chend Vorlauf­zeit. Ein Zeitraum von sechs bis 18 Monaten ist realis­tisch, um den eigenen Betrieb vor dem Genera­ti­ons­wech­sel für die Zukunft nachhal­tig besser aufzu­stel­len. Durch Interim Manage­ment lässt sich exter­nes Know-how ins Haus holen, das die Eigen­in­ter­es­sen des Unter­neh­mers unter­stützt und das Unter­neh­men  auf die Überga­be vorbe­rei­tet.

Ist die Unter­neh­mens­nach­fol­ge nicht famili­en- oder betriebs­in­tern geregelt wird oftmals ein Verkauf angestrebt. In diesem Fall kann Interim Manage­ment wertvol­le Poten­zia­le zur Wertstei­ge­rung aufde­cken. Wie bei der klassi­schen Unter­stüt­zung im Betriebs­ma­nage­ment durch exter­ne Fachkräf­te oder Unter­neh­mens­be­ra­ter, fällt erst durch die Perspek­ti­ve eines Außen­ste­hen­den auf, welche Verbes­se­run­gen sinnvoll sind und wie sich das Unter­neh­men zukünf­ti­gen Heraus­for­de­run­gen besser stellt. Die Vortei­le von Interim Managern liegen dabei klar auf der Hand: Ohne lange Einar­bei­tungs­zeit verfü­gen diese als Spezia­lis­ten direkt über die gewünsch­ten Kompe­ten­zen, setzen diese sofort ein und verfol­gen durch ihren zeitlich befris­te­ten Einsatz keine stören­den Eigen­in­ter­es­sen.

Unter­neh­mens­wert nachhal­tig steigern durch Interim Manage­ment

Gerade ältere und erfah­re­ne Firmen­in­ha­ber fürch­ten Unter­neh­mens­nach­fol­ger, die keinen Stein auf dem anderen lassen und den ursprüng­li­chen Charak­ter des Betriebs radikal verän­dern. Genau dies ist beim Interim Manage­ment nicht zwangs­läu­fig zu befürch­ten, da sich der spezia­li­sier­te Manager mit den Eigen­hei­ten des jewei­li­gen Betriebs vertraut macht und diese, nicht nur im Sinne einer Marken­iden­ti­tät, zu erhal­ten versucht.

Bei dieser Aufga­be müssen Interim Manager gut zuhören und mit den Mitar­bei­tern kommu­ni­zie­ren. Hierbei ist es wichtig, die DNA des Unter­neh­mens vor der Neuauf­stel­lung zu verste­hen und notwen­di­ge Verän­de­run­gen zielge­rich­tet aber diplo­ma­tisch umzuset­zen.

Somit kann ein Manager auf Zeit durch geziel­te Maßnah­men z.B. bei inner­be­trieb­li­chen Abläu­fen, im Vertrieb, beim Einkauf oder in der Produk­ti­on den Unter­neh­mens­wert substan­ti­ell erhöhen. Im Ergeb­nis kann sich der tatsäch­lich von Käufern akzep­tier­te Unter­neh­mens­wert den ursprüng­lich unrea­lis­ti­schen Wertvor­stel­lun­gen des Verkäu­fers annähern bzw. diese sogar übertref­fen.

Da sich ein höherer auf plausi­blen Annah­men beruhen­der realis­ti­scher Unter­neh­mens­wert auch auf den erziel­ba­ren Kaufpreis auswirkt, kann sich die Inves­ti­ti­on ins Interim Manage­ment für einen zur Unter­neh­mens­nach­fol­ge berei­ten Senior­un­ter­neh­mer in kurzer Zeit mehrfach auszah­len.

In welcher Form Interim Manager bei der Nachfol­ge unter­stüt­zen können beleuch­ten wir in einer neuen Serie: Im zweiten Teil widmen wir uns dem Blick­win­kel von Interim Managern, die vom Manager auf Zeit zum Unter­neh­mer werden. Im dritten Teil widmen wir uns nachfol­gend der Frage, wie ein nachfol­ge­be­rei­ter Firmen­in­ha­ber über eine Unter­neh­mens­su­che geeig­ne­te Nachfol­ger identi­fi­zie­ren kann.

Über den Autor:

Ingo Claus ist Partner von K.E.R.N – Die Nachfolge­spezialisten in Osnabrück, Münster sowie im Emsland und beglei­tet Famili­en­un­ter­neh­men beim Genera­ti­ons­wech­sel bzw. den Unter­neh­mens­ver­kauf oder Unter­neh­mens­kauf im Mittel­stand.

 

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