Wirtschafts­me­dia­ti­on unter­stützt erfolg­rei­che Konflikt­lö­sung

Ralf Harrie, Wirtschafts­me­dia­tor in Thürin­gen stand der Thürin­ger Allge­mei­nen Rede und Antwort zum Thema Wirtschafts­me­dia­ti­on als Konflikt­lö­sungs­in­stru­ment. Der nachfol­gen­de Text ist zuerst in der Thürin­ger Allge­mei­nen erschie­nen und wird hier aufgrund der hohen Relevanz des Themas für die Konflikt­lö­sung ebenfalls veröf­fent­licht. 

Thürin­ger Media­to­ren schlich­ten auch bei Konflik­ten in der Wirtschaft

Erfurt. Immense Mehrkos­ten bei Großpro­jek­ten, ausste­hen­de Honora­re oder fehler­haf­te Liefe­run­gen – Gründe für Konflik­te in und zwischen Unter­neh­men gibt es viele.

Nicht selten resul­tie­ren daraus Kündi­gun­gen oder aufwen­di­ge gericht­li­che Ausein­an­der­set­zun­gen. Das muss nicht sein, heißt es beim Thürin­ger Arbeits­kreis Media­ti­on. Der Verband versteht sich als ein Netzwerk von Media­to­ren und Inter­es­sier­ten, die sich entschlos­sen haben, zusam­men­zu­ar­bei­ten, um Media­ti­on zu fördern. „Der Arbeits­kreis verfolgt das Ziel, Media­ti­on zu einem festen Bestand­teil der Streit­kul­tur zu machen, bestä­tig­te der stell­ver­tre­ten­de Vorsit­zen­de des Thürin­ger Verban­des, Ralf Harrie, jetzt im Gespräch mit unserer Zeitung.

Hohe Erfolgs­quo­te in „unlös­ba­ren“ Konflik­ten

Inter­na­tio­nal ist laut Harrie die Wirtschafts­me­dia­ti­on eine erfolg­rei­che und anerkann­te Metho­de zu einer konstruk­ti­ven Konflikt­lö­sung. In der Media­ti­on erziel­te Ergeb­nis­se gehen demnach weit über bloße Kompro­miss­lö­sun­gen hinaus: Statt gegen­sei­ti­gem Verzicht und einem „Treffen irgend­wo in der Mitte“ kommt es hier zu Verein­ba­run­gen, die Gewin­ne und volle Zufrie­den­heit auf allen Seiten schaf­fen. „Funktio­niert nicht, denken vor allem dieje­ni­gen, die bereits selbst versucht haben, eine Einigung mit der Gegen­sei­te zu erzie­len – aller­dings ohne den gewünsch­ten Erfolg“, weiß Harrie. Er ist anderer Meinung: funktio­niert hervor­ra­gend. Das beleg­ten Erfah­run­gen mit der Media­ti­on seit mittler­wei­le mehr als zehn Jahren allein in Deutsch­land.

Neun von zehn Fällen enden einver­nehm­lich

Trotz der anfangs häufig als „unlös­bar“ vermu­te­ten Konflik­te kommt es in 85 bis 90 Prozent der durch­ge­führ­ten Media­ti­ons­ver­fah­ren zu einver­nehm­li­chen, nachhal­ti­gen und lohnen­den Lösun­gen für alle Betei­lig­ten. Einzel­ne Unter­neh­men setzen aus diesem Grunde verstärkt auf das Prinzip der Vorbeu­gung und instal­lie­ren inner­be­trieb­li­ches Konflikt­ma­nage­ment, um Eskala­tio­nen zu verhin­dern oder frühzei­tig zu erken­nen. Trotz­dem werden Media­to­ren laut Harrie nach wie vor oft erst gerufen, wenn bereits der gesam­te Dachstuhl brennt. Wenn Media­to­ren jedoch in frühen Stadi­en des Konflik­tes kontak­tiert würden, könnte noch weitaus mehr bewirkt werden. Grund­sätz­lich ist die Unter­neh­mens­füh­rung damit überfor­dert, inner­be­trieb­li­che Konflik­te frühzei­tig zu lösen, weil sie zu sehr im opera­ti­ven Tages­ge­schäft gebun­den sind, sagte Harrie . Dabei gehören bei bestimm­ten Konstel­la­tio­nen, beispiels­wei­se bei großen Baupro­jek­ten, bei Nachfol­ge­re­ge­lun­gen oder dem Verkauf von Famili­en­un­ter­neh­men, Konflik­te einfach dazu. Am 18. Juni findet erneut der Tag der Media­ti­on statt.

Autor: Bernd Jentsch / 15.06.15 / www.thueringer-allgemeine.de

Kommentar verfassen